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Unfälle mit Wild im Straßenverkehr

Mit mehr als 200.000 (!) Wild-Unfällen fordert unser Straßenverkehr jedes Jahr eine bemerkenswert hohe Anzahl an Opfern. Rund 100.000 Rehe, 10.000 Stück Rotwild und 200.000 Hasen sind es, die nach Schätzungen der Jagdverbände jährlich unter die Räder kommen. Aber auch für die Kraftfahrer gehen Wildunfälle nicht nur mit Blechschäden ab.
Etwa 3.500 Verletzte und 30 Tote melden die amtlichen Unfallstatistiken.

Die Entwicklung der Verkehrsunfälle mit Wild auf der Fahrbahn( „Wildunfälle“) im Landkreis Bad Kissingen
Die Anzahl der Wildunfälle ist im Landkreis Bad Kissingen immer noch auf einem hohen Niveau.


24,6 Prozent aller Verkehrsunfälle im Landkreis Bad Kissingen sind mit Wildbeteiligung.  
Wildunfälle haben gegenüber dem Vorjahr um 80 Unfälle zugenommen.

 


Mit Hinweistafeln und Gefahrenzeichen an besonders gefährdeten Strecken werden Autofahrer vor den Gefahren durch wechselndes Wild auf der Fahrbahn aufmerksam gemacht und gewarnt. 

Um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erhöhen, wurde dieses „Wildwarn- Plakat“ auf der B 286, von Bad Kissingen Richtung Oberthulba aufgestellt.

Autofahrer sollen zur Vermeidung von Zusammenstößen mit Wild dazu veranlasst werden, ihre Fahrweise durch verminderte Geschwindigkeit und erhöhte Bremsbereitschaft anzupassen.

Das Beachten einiger Vorsichtsregeln hilft vielleicht, das Unfallrisiko ein wenig zu vermindern. Von ganz besonderer Bedeutung ist die Geschwindigkeit. Bis zu einem Tempo von etwa 60 km/h können Rot-, Dam- und Rehwild die Fahrzeuge gut einschätzen. Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt das Unfallrisiko und die Gefährdung von Mensch und Tier ist nicht mehr kalkulierbar.

Wussten Sie, dass bei einem Unfall mit 50 km/h das Aufprallgewicht eines Körpers dem 25fachen Eigengewicht entspricht, bei 70 km/h sogar dem 50fachen?
Wenn Sie also mit 50km/h auf einen 17 Kilo schweren Rehbock auffahren, prallt dieser schon mit 425 kg auf Ihr Fahrzeug, bei 70km/h sind es schon 850 kg. Wenn Sie allerdings einen 80 Kilo-Keiler mit 50km/h treffen, wird er so schwer wie ein Nashorn (2000 kg) und bei Tempo 70 wie zwei Nashörner.

Nach einem Wildunfall sollte unverzüglich die Polizei benachrichtigt werden, die dann den zuständigen Jagdausübungsberechtigten informiert. Unverzüglich" bedeutet stets "ohne schuldhaftes Zögern". Jede vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung dieser Anzeigepflicht kann zu einer Schadensersatzforderung des Jagdausübungsberechtigten führen. Das Weiterfahren nach einem Wildunfall stellt zwar keine Unfallflucht dar, nicht auszuschließen ist aber eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz, wenn das angefahrene Tier schwer leidet, der Fahrer nichts unternimmt und einfach weiter fährt. Allein im Interesse des vielleicht schwer verletzten Tieres sollte man sofort die Polizei verständigen.

Liegt das verletzte Tier an der Unfallstelle, es kann ja bewusstlos oder tot sein, halten Sie weiten Abstand. Nähern Sie sich dem Tier nicht, um nachzuschauen, - ganz gleich ob es sich bewegt -, denn die Nähe des Menschen erzeugt beim Wild noch zusätzlich Panik und Leid.

Sichern Sie den Unfallort und halten Sie auch ggf. Neugierige fern. Besonders, wenn es sich um Schwarzwild oder Rotwild handelt, ist Vorsicht geboten und weiter Abstand ratsam! Wenn ein verletztes Tier in den Wald flüchtet, sollten Sie auf keinen Fall selbst hinterher gehen! Dafür gibt es die Spezialisten. Oft legt sich verletztes Wild schnell ins „Wundbett“ nieder. Verfolgen Sie es aber, läuft es möglicherweise noch kilometerweit, ist nur noch schwer aufzufinden und verendet qualvoll.


Wichtig ist jedoch, dass Sie die Unfallstelle und die Fluchtrichtung des Wildes markieren, damit diese gegebenenfalls für den Jäger und seinen Schweißhund leicht wieder zu finden sind.
Hat der Unfall bereits augenscheinlich ein Opfer gefordert, so muss das Tier an Ort und Stelle verbleiben, bis es der Jagdausübungsberechtigte, der von der Polizei verständigt wird, es an sich nimmt. Jedes Mitnehmen von verunglücktem Wild, um es zu behalten oder zu verwerten, erfüllt den Tatbestand der Wilderei und kann zu einer Verurteilung führen.


Durch Ihr Fahrverhalten
, ganz besonders durch Umsicht und angemessene Geschwindigkeit, können Sie zu einer deutlichen Reduzierung der Unfallopfer unter Mensch und Wildtier beitragen.

In diesem Sinne wünscht Ihnen die Jägerschaft Bad Kissingen
allzeit gute und sichere Fahrt!

Verfasser: Norbert Paul,
Referent - Naturschutz u. Lebensraumverbesserung


Hier noch ein kleiner Film zum Thema: