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Jagdhornbläser

Ein halbes Jahrhundert Brauchtumspflege mit dem Jagdhorn
50 Jahre Jagdhornbläser des Jägerverein Bad Kissingen 1927 e.V.


Von links sitzend: Robert Schmitt, Christian Stöber, Erich Metz, Walter Müller, Ewald Lutz, Karl Schlereth, Detlev Schmitt u. Veronika Hümpfer
Von links stehend: Wilfried Hesselbach, Gregor Lutz, Egon Markert, Georg Wilm, Martin Blümm, Erwin Markert, Carsten Schmitt, Arno Schlereth, Alexander Schmitt,
                                Hilmar Ginser, Werner Kleinhenz, Florian Bauer, Rudi Hein, Engelbert Schmitt, Hornmeister u. 2. Vorsitzender Alfons Hümpfer
                                u. 1. Vorsitzender Dr. Helmut Fischer jun.
Auf dem Bild fehlen: Elisabeth Ehrenfels, Roland Kirchner, Werner Kirchner, Frank Wehner u. Georg Zänglein

Das Jagdhornblasen ist Pflege jagdkultureller Traditionen.
Dazu gehören der rein praktische Einsatz von Jagdhörnern als Mittel der Verständigung mit Jagdsignalen, die musikalische Begleitung von Veranstaltungen und die Verwendung von Parforcehörnern zur Aufführung konzertanter und liturgischer Jagdmusik bei Jagdkonzerten und Hubertusmessen.
Vor diesem Hintergrund haben die Jäger der Kreisgruppe Bad Kissingen auf Vorschlag ihres stellvertretenden Vorsitzenden Theo Wedler, 
im Oktober 1964 beschlossen, eine Jagdhornbläsergruppe zu gründen.

Als Hornmeister wurde Herr Otto Kimmel gewählt, zum Stellvertreter Herr Ewald Lutz bestellt. Die Idee wurde mit großer Begeisterung aufgenommen – und so kamen dann auch 30 Jagdhornbläser-Anwärter mit großem Tatendrang im November 1964 zum ersten Treffen ins alte Schützenhaus nach Bad Kissingen – und alle wollten nur eines: „Sofort Jagdsignale blasen!“ Viele kamen mit dem eigenen Instrument, doch vom Jagdhornblasen waren die meisten noch weit entfernt. Also stand erst einmal Ausbildung auf dem Programm; begonnen wurde mit dem Notenlesen lernen. Als jeder dann auch noch leidvoll erfahren musste, dass ein Jagdhorn mit nur 5 Naturtönen sehr viel Übung, Tongefühl, Geduld und Ausdauer vom angehenden Bläser fordert, ist die Begeisterung bei vielen schnell der Ernüchterung gewichen. Von den ursprünglichen 30 „begeisterten“ Interessenten blieben letztlich 17 übrig, die bereit waren geduldig zu üben und auch später ausdauernd zu proben, um sich auf hohem Ausbildungsniveau weiter zu entwickeln. 

Im Februar 1965 wagten dann 17 Jagdhornbläser, die ihre Ausbildung erst 3 Monate vorher begonnen hatten, mit einem noch dünnen Repertoire-Polster ihren ersten öffentlichen Auftritt beim Jägerball in Bad Kissingen. Sie wurden nicht nur begeistert empfangen, sie sind auch bei ihrem Publikum angekommen, und das war schon respektabel. Weil bekanntlich nichts mehr motiviert als der Erfolg, wurde fleißig weiter geprobt, das Repertoire kontinuierlich erweitert und am Niveau gefeilt. Zielstrebig sind sie weiter öffentlich aufgetreten, haben vielen Veranstaltungen den musikalischen Rahmen gegeben und auch die Jägerbälle in Bad Kissingen waren ohne die Jagdhornbläser nicht mehr vorstellbar. 

Nur ein Jahr und sieben Monate nach ihrer Gründung, im Mai 1966, stellte sich die selbstbewusste Gruppe beim „Bayerischen Landesbläsertreffen“ auf großer Bühne den Wettkampfrichtern. Es war schon außergewöhnlich, dass die Leistung dieser „jungen Truppe“ auf Anhieb mit der höchsten bayerischen Auszeichnung der „Goldenen Hutnadel“ bewertet wurde. Beim nächsten Landesbläsertreffen, 2 Jahre später, haben sie diesen Erfolg auf gleicher Bühne erwartungsgemäß wiederholt. 

Weil Selbstbewusstsein nach immer höheren Ehren strebt, gingen die Bläser im Jahre 1986 zum ersten internationalen Wettbewerb im Jagdhornblasen vor großem Publikum nach Nürnberg. 131 Bläsergruppen, davon 11 aus Unterfranken, hatten sich der Bewertung gestellt. Und wieder lautete das Urteil der Jury: „Gold“ für die Jagdhornbläser aus der Kurstadt; Sie wurden als beste unterfränkische Gruppe ausgezeichnet – es war ihr größter Erfolg!

Seit ihrer Gründung, vor 50 Jahren, haben die Jagdhornbläser des Jägervereins Bad Kissingen an 10 Bläserwettbewerben teilgenommen; Sie wurden 7 mal mit Gold und 3 mal mit Silber ausgezeichnet. 

28 Jahre hat der Ehrenhornmeister Herr Kimmel die Kissinger Jagdhornbläser von der Gründung bis zu „goldenen Ehren“ geführt. Im Jahre 1992 kam dann der Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen. Er hat ihn mit einem Generationswechsel verbunden und die Hornmeister-Bürde dem jüngeren ausgebildeten Trompeter, Alfons Hümpfer aus Großenbrach übertragen.

Auch mit Herrn Hümpfer an der Spitze, der die Bläser nun schon 22 Jahre führt, ist die Entwicklung erfolgreich weitergegangen. Das hohe Niveau der Gruppe hat bei Bläserwettbewerben überzeugt und zu weiteren „goldenen“ Auszeichnungen geführt. Er hat der Brauchtumspflege im Jägerverein neue Impulse gegeben und in diesem Jahr eine Parforcehorn-Bläsergruppe gegründet, die bereits am 13. Juli 2014 zur Hubertusmesse des Bläser-Jubiläums liturgische Hornmusik blasen wird. 

Prägend für den Werdegang der Jagdhornbläser waren diese beiden passionierten Hornmeister und ihr Stellvertreter Herr Ewald Lutz, der bescheiden aus dem Hintergrund viel zum Erfolg beigetragen hat und natürlich die Leistungsträger selbst:
29 talentierte und motivierte Bläser mit zwei Damen. 

Der Rückblick auf 50 Jahre Brauchtumspflege mit dem Jagdhorn wäre unvollständig ohne die unzähligen öffentlichen Auftritte zu erwähnen. Die Jagdhornbläser waren und sind aus vielen Anlässen als „Botschafter vertonter Jagdkultur“ nicht nur im Altlandkreis Bad Kissingen zu hören.
Auch das Festprogramm des Bläser-Jubiläums, am 12. Juli ab 15 Uhr und am 13. Juli ab 8.30 Uhr im Schloss Aschach, wird die Besucher musikalisch anspruchsvoll unterhalten.
Mehrere Bläsergruppen, Alphorn-Bläser, Solo-Hornisten, Solo-Bläser, die Blaskapelle Aschach, das Jugend-Musikkorps Bad Kissingen, und das Projekt-Orchester Bad Kissingen werden jagdliche, konzertante, liturgische und volkstümliche Blasmusik zum Festbetrieb bieten. 

Selbstverständlich ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt: Die Schlossgaststätte Aschach bietet Speisen á la carte und die angebotenen Wildspezialitäten werden mit der jagdlichen Hornmusik noch mal so gut schmecken.

Wir laden alle herzlich dazu ein, der Eintritt ist frei.


Aktiver Gründungsmitglieder von links: Werner Kleinhenz, Walter Müller;
Ewald Lutz - 50 Jahre stellvertretender Hornmeister, Karl Schlereth u. Rudi Hein


... und hier der Link zum Zeitungsartikel aus inFranken.de

Weitere Artikel finden Sie im Presse-Spiegel



Regelmäßige Proben finden im 14-tägigen Rhythmus dienstags abend ab 20.00 Uhr
im Vereinsheim am Tontauben-Schießstand (Nähe Wittelsbacher Turm) statt.
Interessierte und Gäste sind herzlich willkommen.


Weiter Bilder unserer Jagdhornbläsergruppe finden Sie unter der Rubrik > Rund um die Jagd > Fotos


Ansprechpartner:

Reiner Kloss, Leiter der Es-Horngruppe, Telefon: (01 78) 1 78 82 19

Florian Bauer, Hornmeister der B-Horngruppe Telefon: (01 63) 8 75 82 50 


Referent:

Wilfried Hesselbach, Telefon (09704) 13 66